Als Streamer Gewerbe anmelden

als streamer gewerbe anmelden

Auch als Streamer kommt man um die Gewerbeanmeldung und spätere Steuern auf Plattformen wie
Twitch und YouTube nicht herum. Hierbei ist es besonders wichtig sich bereits am Anfang der
Karriere richtig darauf vorzubereiten, sodass man später deshalb keine Probleme mehr bekommen
kann. Doch wie funktioniert das nun konkret und ab wann muss man eigentlich Gewerbe anmelden?

Bei vielen sorgt die Gewerbeanmeldung für Verwirrung, da fast jeder etwas anderes sagt, ab wann
sie nun benötigt wird oder nicht. Fakt ist jedoch, dass in Deutschland ein Gewerbe angemeldet
werden muss, sobald eine Gewinnerzielungsabsicht besteht. Das bedeutet jedoch nicht, dass
Personen, die nur die Möglichkeit anbieten Geld für sie auszugeben, nicht auch ein Gewerbe
anmelden müssen. Denn wer Geld verdient, muss auch eine Anmeldung vornehmen.

Ab wann gilt die Gewinnerzielungsabsicht konkret?

Beim Anbieten von Abonnements auf dem eigenen Kanal oder der Monetarisierung des Livestreams
ist es bereits nötig, dass ein Gewerbe angemeldet ist. Und nicht nur dabei. Denn auch die Streamer,
die über Spendenseiten Trinkgeld sammeln für den Livestream, sind davon betroffen. Auch wenn
mache behaupten, dass Spenden nicht versteuert werden müssten, ist daran leider nicht sonderlich
viel dran. Spenden gehören, im Gegenteil, genau wie alle anderen Einnahmen zum Einkommen dazu. Auf YouTube ist ebenfalls bereits ab dem ersten Cent den man durch die Monetarisierung der Videos verdient steuerpflichtig. 

Wer also Twitch Affiliate ist, Mitglied des YouTube Partnerprogramms wird oder eine Spendenseite
anbietet, sollte davor auf jeden Fall ein Gewerbe auf diese Tätigkeiten angemeldet haben, um auf der
sicheren Seite zu sein. Das sollte vor allem gemacht werden, bevor das erste Geld damit verdient
wird.

Wie kann man ein Gewerbe anmelden?

Gewerbe anmelden als Streamer ist nicht sonderlich schwer. In den meisten Fällen reichen einer bis
wenige Besuche beim Rathaus, Bürgerservice oder Amt in der eigenen Umgebung. Wenn man sich
dabei unsicher ist, kann es auch helfen vorher einfach dort anzurufen und zu fragen, wie eine
Anmeldung konkret abläuft. In den meisten Fällen muss man jedoch lediglich ein mehrseitiges
Dokument ausfüllen mit allen Angaben für die eigene Tätigkeit. 

Viele Ämter bieten auch an, dass man das Formular als PDF aus dem Internet von deren Seite
herunterlädt und schon direkt zuhause ausfüllt. Auf dem Weg zum Amt sollte man allerdings auf
keinen Fall seinen Personalausweis vergessen, da dieser oftmals zur Identifizierung genutzt werden
muss.

Für was soll man dann Gewerbe anmelden?

Beim Ausfüllen des Formulars ist es wichtig möglichst genau zu beschreiben, welche Tätigkeit man
eigentlich ausführen will. Hierbei gibt es sehr viele mögliche Angaben. In den meisten Fällen ist das
Feld nicht beschränkt und es kann eigentlich fast alles eingefüllt werden. Es ist also auch durchaus
möglich als Tätigkeit „Livestreaming“ anzugeben. Wenn man allerdings mehrere Tätigkeiten darunter
vereinen möchte, sollte man sich allgemeiner fassen. 

Außerdem sollte man an die Zukunft denken und eventuelle, andere Pläne miteinbeziehen. Wer auf
kurz oder lang zum Beispiel einen Shop plant für Fanartikel einplant, sollte das auf jeden Fall auch
hinzufügen. Die Haupttätigkeit muss dann allerdings später unterstrichen werden. Eine ganze Liste
mit Begriffen kann man natürlich nicht einreichen, so ist auch hier eine eventuelle Verallgemeinerung
gefragt.

Ab wann darf man ein Gewerbe in Deutschland anmelden?

Jeder ab 18 Jahren darf in Deutschland ein Gewerbe eröffnen, solange es im Arbeitsvertrag nicht verboten oder nur auf Nachfrage beantragt werden darf. Mit der Zustimmung der Erziehungsberechtigten und der Ausstellung einer vollen Geschäftsfähigkeitserklärung des zuständigen Familiengerichts ist es jedoch auch möglich bereits ab dem vollendeten 14. Lebensjahr ein Gewerbe anzumelden.

Grundsätzlich gilt, dass man das auch schon vor dem ersten Cent tut, den man verdient. Das ist zwar teilweise schwer umsetzbar, weil viele das nicht richtig einschätzen können, aber als Affiliate sollte man auf jeden Fall bereits eine Anmeldung vorgenommen haben.

Wie teuer ist die Gewerbeanmeldung?

Im Gegensatz zu der Vermutung einiger ist es gar nicht so teuer eine gewerbliche Tätigkeit
anzumelden. Dabei wird lediglich der Verwaltungsbetrag dafür fällig, der meistens sogar unter 30
Euro liegt. Insbesondere wenn man noch am Anfang des Gewerbes steht, muss man hier keine hohen
Kosten erwarten. Trotzdem ist es wichtig bereits beim Ausfüllen des Dokuments auf alle wichtigen
Informationen zu achten und nicht aus Versehen falsche Angaben zu machen. 

Wer bereits einen Vollzeitjob hat, wird nur ein Nebengewerbe anmelden können, da es ja bereits
eine Art „Hauptgewerbe“ gibt. In vielen Arbeitsverträgen ist jedoch auch davon die Rede zuerst den
Chef um Erlaubnis zu fragen, woran man sich auch halten sollte. In den meisten Fällen sagt dieser
zwar ja, trotzdem sollte man dabei auf Nummer sicher gehen, wenn man nicht den Job riskieren
möchte oder eine Verwarnung.

Wie sieht das mit den Steuern nach der Anmeldung aus?

Natürlich muss auch ein Nebengewerbe versteuert werden. Das geschieht grundsätzlich wie mit
allem anderen auch. Nur, wenn es sich nicht eben mehr um ein Kleingewerbe handelt, also der
Betrag von 22.000 Euro im vergangenen Kalenderjahr an Umsatz überschritten wurde, ändert es sich
und es fallen noch einmal extra Steuern darauf an. 

Wer ein Gewerbe als Selbstständiger betreibt, sollte die allgemeine Grenze von etwa 10.000 Euro im
Jahr unterschreiten, um komplett steuerfrei zu bleiben, weil erst ab diesem Betrag die
Einkommenssteuer auf das Einkommen berechnet wird.

Wie lang dauert es, bis das Streaming Gewerbe dann angemeldet ist?

Die Dauer, bis der Antrag verarbeitet wurde, ist sehr unterschiedlich. Wenn mehr Andrang ist, kann
es durchaus auch länger dauern. In der Regel sind es aber etwa zwei bis vier Wochen. Da bei der
Gewerbeanmeldung allerdings bereits ein Datum fest gemacht wird, wann das Gewerbe gegründet
worden ist, ist das am Ende der entscheidende Termin dafür. 

Dieses Datum wird aber vom Antragsteller selbst festgelegt. Meistens handelt es sich dabei um den Termin, an dem das Formular ausgefüllt und abgeschickt worden ist. Ist das Gewerbe erfolgreich angemeldet, gibt es danach dann auch das Formular vom Finanzamt, womit man dann die steuerlichen Details klären kann.

Sollte man als Streamer Gewerbe anmelden?

Diese Frage lässt sich eigentlich nur mit „ja“ beantworten, jedenfalls ab dem Zeitpunkt, wo man mit
Einnahmen rechnen kann. Denn auch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und wer dabei bummelt,
kann deshalb später noch Probleme bekommen. Doch auch trotz allem sollte man nicht zu sehr auf
die Geldbeträge achten und seinen Livestream nicht davon abhängig machen. Die Freude am
Streamen sollte immer das wichtigste sein und bleiben.